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Nachhaltige Kleidung im Netz: "Rethinknation" und Fair Fashion Blogs

Jeder kann die Welt verändern

Wir sind nicht die einzigen, die sich dafür interessieren, wie wir unsere Liebe zur Mode nachhaltiger gestalten können. Dass Fair Fashion längst keine Randerscheinung mehr ist, zeigt schon die Anzahl der Blogs, die Google ausspuckt, wenn wir den Begriff „Fair Fashion“ in das Suchfeld tippen. All diese Menschen, die so fleißig schreiben und posten, tragen dazu bei, dass das Thema nicht nur "eine gute Idee" bleibt, sondern mitten in unserem Alltag ankommt. Am Ende dieses Beitrags haben wir deshalb ein paar Links gesammelt, unter denen ihr euch Tipps und Inspirationen zu nachhaltiger Kleidung holen könnt. Aber nicht nur über Blogposts erreichen uns Geschichten von ganz normalen Menschen, die Schritt für Schritt versuchen, einen Weg in eine nachhaltige Zukunft zu gehen.

Zwei, die sich die Möglichkeiten der sogenannten Channels auf Video-Plattformen zunutze machen, sind die Youtuber von „Rethinknation“. Wir sind begeistert davon, wie sie das - durchaus sensible - Thema „faire und nachhaltige Kleidung“ ehrlich und unterhaltsam diskutieren und Alternativen zum konventionellen Konsum aufzeigen. Oliver und Yannick stellen auf ihrem Kanal aber nicht nur die besten Fair Fashion Marken vor oder berichten von der Fashion Week, sie widmen sich auch Themen wie Lifestyle, Politik und Gesellschaft mit einem kritischen Blick auf die Nachhaltigkeit. Aber warum interessieren sie sich vor allem für Mode? Wie macht man andere auf die Misstände in der Textilbranche aufmerksam? Und sehen die beiden überhaupt eine Chance, dass sich in den nächsten Jahren etwas daran ändert?

Wir freuen uns, dass uns die kreativen Köpfe hinter Rethinknation ein paar Fragen beantwortet haben, die wir euch an dieser Stelle auch nicht vorenthalten wollen:


Interview mit Oliver & Yannick von Rethinknation

Die Youtuber Oliver und Yannick

© Rethinknation

Was hat euch dazu bewogen, euch mit dem Thema „Fair Fashion“ zu beschäftigen und auch darüber zu berichten?

Das Thema "Fair Fashion" begann für uns vor ca. drei Jahren damit, dass Yannicks damalige Freundin ihn nach einer ausgedehnten Shopping-Tour auf die zumeist schlechten Produktionsweisen und Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie hinwies. Ein kurzes Gespräch reichte aus, um Yannick zum intensiven Nachdenken anzuregen – natürlich hatte er bereits immer mal wieder davon gehört, aber richtig befasst hatte er sich mit der Thematik nie. Er begann zu recherchieren und kam schnell zu der Erkenntnis, dass in der Textilindustrie einiges schiefläuft.  Direkt am nächsten Tag brachte er all seine zuvor gekauften Kleidungsstücke wieder zurück in die Läden und nahm sich fest vor mit „solchen“ Klamotten nichts mehr zu tun zu haben. Zu Weihnachten bekam er dann seinen ersten Fair Fashion Sweater. Mir fiel der Sweater beim nächsten Treffen mit Yannick sofort auf. Wir kamen ins Gespräch und Yannick berichtete mir von seinen Gedanken und davon, was er herausgefunden hatte. Am selbigen Abend vor dem Einschlafen hat mir das Thema keine Ruhe gelassen. Ich war emotional sehr getroffen. Im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht machte es bei mir Klick und ich kaufte in naher Zukunft erst einmal überhaupt keine Klamotten mehr und nach einiger Zeit nur noch Fair Fashion Produkte. Yannick und ich sprachen immer öfter über das Thema und informierten uns. Wir schauten verschiedene Dokumentarfilme und das Thema wurde ein selbstverständlicher Bestandteil unseres Lebens. Da es uns sehr wichtig war, beschlossen wir, dass Thema verbreiten zu wollen. Wir bemerkten, dass es zum damaligen Zeitpunkt noch keine Jungs im deutschsprachigen Raum gab, die über dieses Thema berichteten. Da Schreiben an sich, beispielsweise im Rahmen eines Blogs, nicht unbedingt zu unseren Stärken gehört, bot sich YouTube für uns als attraktive Plattform an, um viele junge Leute zu erreichen. Nachdem wir uns grundlegend über unser Vorgehen einig waren und einen Namen für uns gefunden hatten, begannen wir unsere Ideen und Visionen in die Tat umzusetzen.

Welche Kriterien muss nachhaltige Kleidung eurer Meinung nach erfüllen?

Die nachhaltigste Kleidung ist Second-Hand-Kleidung. Die Kleidungsstücke wurden bereits produziert und werden somit ohne Energieverbrauch und Umweltbelastung wieder neu in den Umlauf gebracht. In Bezug auf neu produzierte Kleidungsstücke sollten die verwendeten Materialien/Rohstoffe zum einen aus kontrolliert biologischem Anbau stammen, damit beispielsweise keine Pestizide in die Umwelt und die Klamotten gelangen. Zum anderen sind Gütesiegel sehr wichtig. Das GOTS- oder das Siegel der Fair Wear Foundation beispielsweise geben uns Konsumenten die Sicherheit, dass die Produktionsweise der Hersteller (während der kompletten Lieferkette) unter sehr strengen Kriterien verläuft. Vom Anbau der Rohmaterialien bis hin zur Fertigstellung der Klamotten wird auf einen rücksichtsvollen Umgang mit der Umwelt und dem Menschen geachtet. Zudem werden faire und humane Arbeitsbedingungen sichergestellt.

Was sagt ihr Menschen, die sich bisher noch keine Gedanken über die Herkunft ihrer Kleidung gemacht haben?

Das ist eine gute und interessante Frage, die wir uns selbst lange gestellt haben. Wie spricht man das Thema am besten im engeren Umfeld oder der Familie an?

Generell ist es ein sehr emotionales und auch trauriges Thema, wenn man sich näher damit beschäftigt. Das heißt, an einem gemeinsamen Abend mit seinen besten Freunden, vorm Feiern gehen, ist es vielleicht nicht wirklich ein geeignetes Thema. Wir denken, man sollte es locker ansprechen, wenn ein geeigneter Zeitpunkt gekommen ist. Ganz wichtig dabei ist, nicht mit dem Finger auf Leute zu zeigen. Wenn man mit seinen Freunden sowieso über Klamotten spricht, kann man das Thema kurz anreißen und anmerken, dass man da das ein oder andere recherchiert hat und es einem nun sehr wichtig ist, neue Klamotten bewusster zu konsumieren. Oder man stellt einfach mal die Frage in den Raum, woher eigentlich die meisten Kleidungsstücke stammen. Eventuell kommt man dann in ein Gespräch und in eine Diskussion. Wir haben auf jeden Fall die Erfahrung gemacht, dass man es den Leuten nicht aufzwingen kann und darf. Ansprechen ist das Mindeste was man machen kann. Dann haben es die Freunde zumindest schon einmal gehört, bei dem ein oder anderen macht es vielleicht sogar Klick und sie ändern ihren Klamottenkonsum. Bei dem Einen kann es eine Woche dauern, bei dem Anderen zwei Jahre. Jeder hat bestimmte Beweggründe, seinen Klamottenkonsum zu verändern. Erst, wenn man sich mit dem Thema aus eigenem Interesse öffnet, sich damit beschäftigt und es einem wichtig erscheint, etwas auch wirklich verändern zu wollen, dann ist es auch nachhaltig. Jeder selbst muss es von sich aus wollen. Aufzwingen und Bekehren geht da, unserer Meinung nach, sogar nach hinten los. Aber wir denken auch, dass man das Thema, gerade bei guten und engen Freunden, ansprechen sollte. Denn wenn es gute Freunde sind, hören sie einem auch gerne zu und ihnen ist es ebenfalls ein Anliegen zu wissen, was einem wichtig ist. Und somit kann der Stein ins Rollen gebracht werden.   

Seid ihr der Meinung, dass das Interesse an fairer Kleidung beziehungsweise nachhaltiger Produktion in der Textilbranche in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist?

Wir haben das Gefühl, dass das Bewusstsein der Menschen für Fair Fashion immer mehr ansteigt. Bei den Bio Lebensmitteln kann man das ganz gut erkennen. Immer mehr Menschen kaufen Bio ein und das Angebot von Bio-Produkten ist heute in fast allen Supermärkten vertreten. Und das schwappt jetzt auch so langsam auf die Klamotten über, wie wir finden. Große Fair-Fashion Marken, wie beispielsweise Armedangels, sind mittlerweile auch in größeren Modehäusern zu finden. Auch sehr große Konzerne, wie zum Beispiel H&M oder Adidas machen bestimmte nachhaltige Aktionen. Bei H&M beispielsweise gibt es die Conscious-Linie, also nachhaltigere Klamotten. Adidas hat öfters gemeinsame Projekte mit "Parley For The Ocean", einer Organisation, die sich gegen die Verunreinigung der Meere einsetzt. Kleidungsstücke von Adidas bestehen dann beispielsweise aus recycelten Plastikflaschen, die aus dem Meer gefischt werden. Auch wenn man es als Greenwashing betrachten könnte, Fakt ist, auch den großen Unternehmen ist es anscheinend klar geworden, dass sich immer mehr Menschen für das Thema der Nachhaltigkeit interessieren und sie darauf reagieren müssen. Es scheint, dass das Interesse dafür gestiegen ist. Es gibt immer mehr Fair Fashion- oder Second Hand-Stores. Das muss ja einen bestimmten Grund haben.

Was müsste passieren, damit Fast Fashion irgendwann der Vergangenheit angehört? Ist dieses Ziel überhaupt erreichbar?

Einfach gesagt, müssten erst einmal immer mehr Menschen anfangen, weniger Klamotten zu konsumieren. Darauf müssten die großen Fast Fashion Unternehmen reagieren und die rasante Produktion kürzen. Zudem wäre es dann gut, wenn immer mehr Menschen die kleinen Fair (Slow) Fashion-Brands unterstützen, sodass die großen Marken merken, dass das Interesse für faire Kleidung steigt. Um auf dem Markt bestehen zu bleiben, müssen sie zwangsläufig auf die Bedürfnisse der Gesellschaft und ihrer Kunden hören bzw. reagieren und die Produktionsweise ändern. Ist dieses Ziel überhaupt erreichbar? Wir sind optimistisch und sagen, ja. Es ist sehr schön zu sehen, dass es immer mehr Leute gibt, die das Thema auch über die sozialen Netzwerke nach außen tragen. Gemeinsam sind wir stark. Wir Konsumenten haben mehr Macht, als man denkt. Das ist unsere Meinung!  

Warum habt ihr euch dazu entschieden, Videos als Medium zu nutzen?

Das ist relativ einfach zu beantworten. Wir sind selber eher die visuell auditiven Typen. Außerdem finden wir es spannend und auch spaßig, Videos zu drehen und zu schneiden. Ein anderer wichtiger Grund ist, dass wir durch unsere Art und Weise die Videos bzw. die Themen etwas lockerer und lustiger an den Mann/ an die Frau bringen können, als in geschriebener Form.

Über welche Themen berichtet ihr noch, oder habt ihr vor zu berichten?

Fair Fashion und Second Hand ist bei uns im Fokus aber wir berichten auch sehr gerne über andere Alltagsthemen, bei denen man bewusster und nachhaltiger leben kann. Beispielsweise, wie und wann man relativ simple Plastik vermeiden kann. Auch machen wir seit neuestem Video-Podcasts über Themen, die uns interessieren und über die man einmal nachdenken sollte/könnte. Im Prinzip kann man sagen, dass wir über nachhaltige Themen berichten, die uns spontan interessieren und wir selbst bewusster darauf achten möchten. Wenn dies der Fall ist, überlegen wir, ein Video darüber zu machen und den Leuten zu berichten, was uns als wichtig erscheint. Zero-Waste oder der vegane Lebensstil könnten auf unserem Kanal große Themen für die Zukunft sein

Wie nachhaltig lebt ihr privat?

Erst vor kurzer Zeit haben wir diesbezüglich ein Video darüber gemacht. Wir sind mittlerweile für viele junge Menschen Influencer, wie man so schön sagt. Man könnte als Zuschauer den Eindruck bekommen, dass wir, durch unsere Videothemen, zu 100% nachhaltig leben. Doch das ist ehrlicherweise nicht der Fall und sehr wahrscheinlich auch gar nicht möglich. Der Klamottenkonsum (Fair Fashion oder Second-hand) allerdings ist mittlerweile zu 100% in unserem Alltag integriert und das Normalste der Welt geworden. Zudem ernähren wir uns auch vegetarisch und oft vegan. Auch das bewusste Reduzieren von Plastik haben wir immer mehr auf unserem Schirm, ist aber auf jeden Fall noch ausbaufähig. Yannick lebt in einer Stadt und kommt sehr gut mit den Öffentlichen oder dem Fahrrad von A nach B. Ich pendle immer zwischen Dorf und Stadt und benutze regelmäßig mein Auto, da es den Alltag schon erheblich erleichtert und sehr viel Zeit einspart. Bei langen Reisen versuchen wir immer auf Bus oder Zug zu setzen und bei Flügen, wenn wir fliegen sollten, achten wir auch immer darauf, diese mit "Atmosfair" zu kompensieren. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass wir, seitdem wir unseren YouTube Kanal haben, immer mehr auf bestimmte Themen bewusster achten und wir uns mit bestimmten Aspekten immer mehr beschäftigen.

Vielen Dank für das interessante Interview! Wir freuen uns darauf, in Zukunft noch mehr von euch zu sehen.


Es gibt noch so viel zu entdecken…

Schlägt euer Herz für die klassischen Blogs mit inspirierenden Texten und hochwertigen Fotos? Hier gibt es viele tolle Beiträge zu Fair Fashion und nachhaltigem Lifestyle:

https://www.fairknallt.de/

Die ehemalige Germany’s Next Topmodel Teilnehmerin Marie Nasemann widmet sich in ihrem Blog "Fairknallt" nicht nur der Mode, sondern auch den Themen Lifestyle, Beauty und Reisen und stellt Marken, Initiativen und Produkte vor, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben.

https://heylilahey.com/de/

Mia heißt die Gründerin des Blogs „heylilahey“. Mit wunderschönen Bildern geschmückt, gibt sie Tipps zu Fair Fashion, Beauty, Reisen, Ernährung und vielem mehr. Besonders interessant dürften für diejenigen, die häufiger mal auf tierische Produkte verzichten möchten, auch ihre veganen Rezepte sein.

http://www.dailyrewind.de/

Dieser Blog ist leider nicht mehr ganz aktuell, jedoch ist das Thema ein ganz besonderes: Kann man ein Jahr nur Second Hand Kleidung tragen und trotzdem unwiderstehlich gut aussehen? Ja man kann, beweist Hindi. Wir freuen uns auf jeden Fall schon über ein Update!

https://myfairladies.net/

Wenn ihr euren Kleiderschrank mit etwas mehr nachhaltiger Mode upgraden möchtet, seid ihr hier genau richtig. Der Blog ist vollgepackt mit jede Menge Marken und Shoppingtipps für Faire Mode. Und andere nachhaltige Themen kommen dabei auch nicht zu kurz.

https://peppermynta.de/

Auf der Seite des sogenannten „Eco Magazines“ werden vor allem innovative und ökologische Produkte aus den Bereichen Fashion, Lifestyle und Beauty vorgestellt. Eignet sich super, wenn ihr beispielsweise auf der Suche nach einem tollen Geschenk seid. Außerdem gibt es immer wieder kleine Gewinnspiele.

https://www.thesophisticatedsisters.com/

Doppelt hält besser, dachten sich wohl die Schwestern Helena und Eva. Sie widmen sich vorwiegend der Fair Fashion, aber man findet auf ihrem Blog auch Rezepte, Tipps für Hundeliebhaber oder Meinungen zu verschiedenen Themen des Lebens. Lesenswert!

https://www.instagram.com/found_on_the_street/?hl=de

Wenn ihr die Sozialen Medien liebt, dann folgt doch found_on_the_street auf Instagram. Kaum zu glauben, dass sie die Kleidung, die Anna und Karina auf den Fotos tragen, auf den Straßen Berlins gefunden haben...

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